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Lars König legt am Synagogen-Denkmal einen Kranz nieder

Lars König legt am Synagogen-Denkmal einen Kranz nieder. Foto: Jörg Fruck

Zum Gedenken an die rassistisch motivierten Verbrechen im November 1938, die den Auftakt zur so genannten „Endlösung“ bildeten und zur Auslöschung der jüdischen Gemeinde in Witten führten, legte Bürgermeister Lars König am Montag (9.11.) am Synagogen-Denkmal in der Breite Straße / Ecke Synagogenstraße einen Kranz nieder.

In der sogenannten „Kristallnacht“ vom 9. auf den 10. November 1938 drangsalierten Anhänger des nationalsozialistischen Unrechtsregimes jüdische Bürger und Bürgerinnen im damaligen Deutschen Reich, zerstörten ihre Wohnungen, Geschäfte und Friedhöfe und setzten über 1.400 Synagogen und Gebetsräume in Brand. Etwa 30.000 jüdische Männer wurden in nationalsozialistische Konzentrationslager verschleppt. Hunderte wurden ermordet, in den Suizid getrieben oder starben infolge der unmenschlichen Haftbedingungen. Die Pogrome ereigneten sich - direkt vor den Augen einer stillschweigenden Mehrheit der Bevölkerung - auch in Witten: „Während Wittener Juden in der Pogromnacht in Haft genommen und meist über das Polizeigefängnis Bochum in das Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt wurden, zündeten Nationalsozialisten die 1885 von der jüdischen Gemeinde erbaute Wittener Synagoge an“, so Dr. Kliner-Fruck. „Anwesende Feuerwehrleute achteten lediglich darauf, dass die Flammen nicht auf Nachbargebäude oder das Ruhr-Gymnasium übergriffen.“

Aufruf zum individuellen Gedenken

In Witten finden seit über 30 Jahren öffentliche Gedenkveranstaltungen statt, die daran erinnern. Wegen der Corona-Pandemie haben die Stadt Witten, das Kulturforum Witten, die Deutsch-Israelische Gesellschaft, der Freundeskreis der Israelfahrer e. V. und das Ruhr-Gymnasium, die stets an der Gedenkveranstaltung teilnehmen, in diesem Jahr darauf verzichtet. Die Veranstalter*innen rufen stattdessen zum individuellen Gedenken auf. Das Stadtarchiv und der „Arbeitskreis Stolpersteine in Witten“ empfehlen auch einen individuellen Rundgang zu den bisher 108 Stolpersteinen in unserer Stadt. Angaben zu den Verlegeorten und den Personen, an die mit den Stolpersteinen erinnert wird, findet man auf der Homepage des Kulturforums unter https://www.kulturforum-witten.de/stadtarchiv/stolpersteine/  im Internet.

Kampagne „Es werde Licht“ unterstützen

Das Stadtarchiv Witten und die Deutsch-Israelische Gesellschaft AG Witten rufen außerdem dazu auf, die internationale und interreligiöse virtuelle Kampagne „Es werde Licht“ der Organisation „March of The Living“ und der Jüdischen Gemeinde Frankfurt zu unterstützen: Menschen sind eingeladen, persönliche Botschaften der Solidarität, gegen Antisemitismus, Rassismus, Hass und Intoleranz für die Webseite www.motl.org/let-there-be-light zu verfassen. „Diese Botschaften sollen auf die angestrahlte Frankfurter Hauptsynagoge und die Klagemauer in Jerusalem projiziert werden“, erklärt die Leiterin des Wittener Stadtarchivs, Dr. Martina Kliner-Fruck.

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