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Gegen Rechtsradikalismus: Nils Oskamp liest in der Bibliothek

Foto: Jörg Fruck

Im Foyer der Bibliothek Witten (Husemannstraße 12) hängt noch die Ausstellung „Drei Steine – ein mahnendes Werk gegen Rechtsradikalismus“. Am Dienstag (29.10.) um 10 Uhr kommt Nils Oskamp zu einer Autorenlesung in die Bibliothek. Der Eintritt ist frei.

Die mit dem Rudolph Dirks Award ausgezeichnete Graphic Novel "Drei Steine" von Nils Oskamp thematisiert  autobiographisch die rechtsradikalen Bewegungen in den 1980er Jahren in Dortmund und die aktive Gegenwehr des Autors. Die Ausstellung dokumentiert u. a. mit einer Multimediainstallation und Infotafeln, wie die damaligen rechtsradikalen Jugendlichen fast unbestraft davonkamen und es später bis in die Politik schafften. Die Ausstellung war schon an über zehn Orten zu sehen – darunter auch in der NS-Gedenkstätte Wewelsburg.

Zielscheibe der Neonazis

Nils Oskamps Antrieb sind persönliche Erfahrungen aus seiner Schulzeit: :  Als ein Mitschüler den Holocaust verleugnet und weitere Nazi-Parolen propagiert, lehnt sich Nils Oskamp dagegen auf und sagt ihm und seinen Mitschülern klar seine Meinung. Dadurch macht er sich zur Zielscheibe der örtlichen Neonazis - es beginnt ein Kampf um das nackte Überleben. Nils Oskamp zeigt in eindringlichen Bildern, wie die Lehrer und die Polizei die Bedrohung nicht ernst nehmen und auch die Familie die Gefahr nicht erkennt. Mehrfach wird er von Neonazis krankenhausreif geschlagen. Die Spirale der Gewalt eskaliert und gipfelt in zwei Mordanschlägen!

Alte Seilschaften sind noch aktiv

Die jugendlichen Schläger der Neonazis wurden von „Alten Kameraden“ angeworben und indoktriniert. Die damals etablierten Seilschaften sind weiterhin aktiv und sorgen weiterhin für Schlagzeilen.

Nils Oskamp studierte im Ruhrgebiet Grafikdesign mit dem Schwerpunkt Illustration. Mit der Arbeit an „Drei Steine“ begann er vor ein paar Jahren als Gastkünstler in der französischen Comic-Hauptstadt Angoulême. Die Graphic Novel über seine Jugend, sein Leben mit der Angst und die Ohnmacht von Staat und Bevölkerung gegenüber rechtsradikaler Gewalt, ist eine beeindruckende und beängstigende Mahnung an alle, die den Rechtsradikalismus verharmlosen.

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