Projekt Einzelansicht  - Stadt Witten

Führung und Vortrag Tränenkeller Schiller-Gymnasium im Rahmen des 17. Wittener Archivforums

Tränenkeller Schiller-Gymnasium

Die Kooperationsveranstaltung des Projektträgers und des Stadtarchivs Witten am 03.12.14 stieß in der Wittener Bürgerschaft auf ein sehr großes Interesse. So waren annähernd 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger der Einladung zur Führung und Vortrag zum Tränenkeller im Schiller-Gymnasium erschienen. Der Historiker Ralph Klein informierte die Besucherinnen und Besucher über die Bedeutung und Hintergründe des Tränenkellers und führte durch die Überbleibsel dieser geschichtsträchtigen Stätte.
Zum Hintergrund: Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler entfesselte die triumphierende NS-Bewegung eine ungeheure Welle der Gewalt gegen ihre politischen Gegner. Sie schuf sich dazu eine Hilfspolizei aus Angehörigen von SA, SS und Stahlhelm. SA und SS wurden mit einem Schlag von parteieigenen Schlägertruppen in Organe der staatlichen Exekutive umgewandelt. Dadurch erhielt die erbarmungslose Verfolgung ihrer Gegner einen amtlichen Anstrich. Die Wittener Hilfspolizei wurde in Räumen des damaligen Schillerlyzeums, Breddestraße 8, untergebracht, die die SS von der Stadt Witten gemietet hatte. Dorthin wurden 1933 Nazi-Gegner verschleppt, verhört und brutal gequält, von denen mehrere infolge der Misshandlungen starben. Der Keller des Schulgebäudes erhielt im Wittener Volksmund den Namen „Tränenkeller“. Bei einer Führung durch diesen Seitenflügel des heutigen Schiller-Gymnasiums wird die Geschichte der Hilfspolizei und der von ihr ausgeübten Gewalt auch als Vorgang der Institutionalisierung der NS-Herrschaft beschrieben.

Ralph Klein, Historiker, interessiert sich u.a. für die lokale Geschichte des 20. Jahrhunderts, die er kritisch aus sozial-, technik- und kulturpolitischer Perspektive betrachtet. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die NS-Zeit.

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