Projekt Einzelansicht  - Stadt Witten

Stadterkundung/Stadtinszenierung Witten - Projekt Aktionsfond Jugend

Stadterkundung

Am 6.7. 2013 fand als erstes Projekt des Aktionsfonds Jugend unter dem Titel Stadterkundung // Stadtinszenierung Witten innerhalb des Wiesenviertelfestes ein besonderer Rundgang durch das Wittener Wiesenviertel statt. Die Gruppe freischaffender Künstlerinnen Yanna Thönnes, Rahel Spöhrer, Amanda Bailey, Lene Keckeisen und Neele Hülcker traten mit den Menschen aus dem Wiesenviertel in Kontakt, führten viele Gespräche und Interviews, beschäftigten sich mit Biographien, Geschichten und aktuellen Themen der Nachbarschaft. Hierbei sammelten sie eine Vielzahl von Materialien, Bildern und Klängen, um diese szenisch/performativ aufzugreifen und weiter zu entwickeln. Auf diese Weise entstanden verschiedene Stationen, die auf dem Rundgang unter der Leitung des/der Stadterkunders/in angelaufen wurden. Die Stationen umfassten völlig verschiedene Formate, mal sang die Belegschaft des Hutladens „Der Hutsalon“ dem Publikum Gospels vor, ein anderes mal wurden die Menschen in den Hinterhof der Klempnerei Rau geführt, in dem eine Installation aus vielen alten Familien-Fotos der Familie Rau und historischen Aufnahmen des Wiesenviertels zu sehen waren, gleichzeitig lief die Aufnahme eines Interviews mit Herrn Rau Senior, der über die Vergangenheit des Familienbetriebes sprach und Bilder aus einem vergangenen Witten vergegenwärtigte. Bei einer weiteren Station betrat die Gruppe auf Anweisung des Stadterkunders die Hinterräume der Schneiderei von Renate Kowall, um eine Noise-Performance der Schneiderin zu beobachten, bei der sie ihre Näh- und Schneidemaschinen als Instrumente benutzte. Eine andere Station war das Klim-Bim, in dem ein Performer einige der vielen Geschichten und Legenden, welche sich um die Kneipe ranken, mit Leib und Seele zum Besten gab. Das Publikum wurde außerdem an einem seltsam anmutenden Stand mit Flyer vorbei geführt, an dem zunächst unklar, ob inszeniert oder nicht, ein Mann scheinbar Werbung für das Wiesenviertel machte. Themen wie Nationalstolz, geografische Grenzziehungen, bürgerlich verpackter Rechtsradikalismus wurden hierbei subtil in den Vordergrund gerückt und auf ihre Erscheinungsformen hin befragt.

Am Ende der Erkundungstour bestand die Möglichkeit noch eine Videoinstallation im Studiosaal des Knuts zu besuchen: Verschiedene Ladenbetreiber des Wiesenviertels waren 5 Minuten lang vor ihrem Geschäft gefilmt worden, dazu war eine Collage aus Geräuschen und Interviews mit Menschen aus dem Wiesenviertel zu hören.

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