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Jugendforum

„druck.“ Ein Science Fiction Theaterthriller für Jugendliche über BigData, Manipulation und Meinungsmache durch Apps und soziale Medien.

Am Freitag, den 15. September feierte der Science Fiction Theaterthriller „druck.“ im Saalbau Witten Premiere. Insgesamt erfolgten im September 2017 drei Aufführungen für Wittener Jugendliche mit und ohne Migrations- und Fluchthintergrund statt.

Das Theaterstück erzählt die Geschichte der beiden Hauptfiguren Cynthia und Andi, die einmal beste Freunde waren und durch eine Selbstoptimierungs-App namens SURI getrennt wurden. Die Selbstoptimierungs-App SURI ist ein globaler Seller und wird als Chip unter der Haut getragen. Sie sammelt ständig Daten über den Gesundheitszustand, Gefühlsregungen, Leistungsniveau, soziale Interaktion und hält ihre Nutzer zur ständigen Selbstoptimierung an. Im Laufe der Zeit werden alle Funktionen des gesellschaftlichen und staatlichen Lebens auf den Chip übertragen: Ausweisfunktion, Telefonie, Krankenversicherung. Der Chip wird für alle Bürger zur Pflicht.

Während Cynthia dank der SURI App zur smarten, erfolgreichen und perfekten Businessfrau wird, die ständig online ist und sich in eine Jägerin von immer mehr Clicks und Likes verwandelt, wehrt sich Andi gegen die Chip-Implantation, da er nicht zum „Gläsernen Bürger“ werden möchte und erlebt die volle Härte des staatlichen Apparats. Er wird in sozialen Netzwerken denunziert, aus der Gesellschaft ausgeschlossen und verfolgt. Er muss fliehen und untertauchen, aus einem Keller heraus bekämpft er das System. Auch Cynthias Online-Karriere hat ihren Preis, da die SURI App sich fatal auf das reale Leben auswirkt!

Das Theaterstück verdeutlichte den Jugendlichen in einer hochspannenden Geschichte die Gefahren von Smartphone- und Onlinesucht, Speichern von Massendaten, Leistungsdruck und Meinungsmache durch soziale Medien. In Zeiten von Facebook, Instagram, Snapchat, Twitter, YouTube und Co sollten die Zuschauer im Umgang mit persönlichen Daten sensibilisiert werden. Nach der Aufführung diskutierten die Schauspieler in einer offenen Runde mit den Schulklassen über die Handlung des Theaterstücks. Es wurden die Gefahren der virtuellen Welt besprochen und das man zum einen nicht unbedacht persönliche Daten preisgeben sollte und zum anderen das wahre Leben in der Realität stattfindet. Das Stück endete mit einer optimistischen Botschaft, die Lust auf mehr Freiheit und das echte Leben weckte.

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